Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein

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Das Bilderbuch „Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein“ ist mir unter den vielen tollen Kinderbüchern ganz besonders aufgefallen und in lebendiger Erinnerung geblieben.

Trotz der; oder besonders wegen der schwarz-weißen Färbung regt dieses Buch mit seinen liebevoll detaillierten Zeichnungen von Vogelwesen, die sehr stark an Menschen erinnern, Fantasie und Moral gleichermaßen an.

Das Buch erschien in der „Kleinen philosophischen Bibliothek“ des Aracari Verlages in Zürich. Es wurde mehrfach ausgezeichnet, z.B. wurde ihm im August 2015 der „LesePeter“verliehen. Die Stiftung Buchkunst setzte es auf die Shortlist „Die schönsten deutschen Bücher 2015″, außerdem gewann es den «5. Internationalen Preis von Compostela für illustrierte Bücher». Die Schöpfer des Bilderbuches sind die Autoren Díaz Garrido und María Julia, sowie die Illustratoren Álvarez Hernández und David Daniel.

Die Art der Illustration, feine detailreiche Bleistiftzeichnungen, die sich größtenteils über beide Seiten erstrecken, entführen den Leser tief in die Welt der Vögel. Die, wie es in den kurzen parabelhaften Begleittexten heißt, begannen, sich eine andere Welt vorzustellen. Die wie Menschen bekleideten Vögel suchten das Einfache, Praktische und Bequeme und vergaßen dabei offenbar sich selbst: ihre Eigentümlichkeit, ihre besonderen Fähigkeiten, ihren Eigensinn. Sie wünschten „sich Dinge, die niemand haben kann“ und „wollten alles kontrollieren und beherrschen“. Das Wichtigste allerdings, so scheint es, vergaßen sie dabei: „den Umgang, das Verhalten und das Verständnis untereinander“.

Das Buch wirft eine interessante, nicht minder kritische Thematik auf: Gesellschaft und wie wir darin leben, wie wir miteinander umgehen, zusammenleben. Mit Hilfe dieses Buches lässt sich wunderbar gemeinsam philosophieren und über seine eigne Rolle in der Gesellschaft, als Lebewesen auf Erden nachdenken. Welche Fähigkeiten habe ich? Wie kann ich diese nutzen/einbringen? Was macht die Gesellschaft zu einer Gemeinschaft? Etc…

Offiziell empfohlen wird dieses Buch für Kinder ab 7 Jahren. Ich denke jedoch, dass die Bilder Augen aller Altersklassen ansprechen und zum großen und kleinen Nachdenken einladen – in jedem Fall bietet sich eine Lesebegleitung von Erwachsenen dabei an. Ich persönlich möchte mir dieses Buch für jegliche Zusammenkünfte und gemeinsame Gelegenheiten zum Austausch mit Kindern oder Erwachsenen für Zuhause zulegen. So wie auch das Vögelchen im finalen Bild, fühle ich mich inspiriert, neue/vergessene Talente zu entdecken, Möglichkeiten auszutesten, Rebellion zu wagen, die Flügel auszustrecken.

Ein moralisch-zauberhaftes Buch zum Kritisieren und kreativ-werden!

empfohlen von Verena Noder (Studentin der FHCHP)

Sternebewertung:
Spannung: XXX
Humor: XXX
Erfinden: XXXX
Wissen: XXX
Sinnliches: XXXX
 
Eckdaten:
Titel: Als die Vögel vergaßen, Vögel zu sein
Autoren: Autoren Díaz Garrido und María Julia
Verlag: Aracari Verlag Zürich
Alter: ab ca 7 Jahren
Besonderheiten: Gesellschaftskritik auf philosophische & fabelhafte Art und Weise – für kleine und große Menschen

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