Dear Evan Hansen

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„Lieber Evan Hansen,
Das wird heute ein ganz fantastischer Tag- und ich verrate dir auch warum.“

Ein Außenseiter. Das ist es, was Evan Hansen ist. In der Schule hat er keine Freunde und sein eigener Vater, der mit einer neuen Familie weggezogen ist, interessiert sich kaum mehr für ihn. Und das Mädchen, in das Evan heimlich verliebt ist, kennt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einmal mehr seinen Namen.

Das muss sich nun nach den Sommerferien ändern. Zumindest sieht Evans Mutter das so, ebenso wie sein Therapeut. Der war es auch, der Evan die Aufgabe gegeben hat, Briefe an sich selbst zu schreiben, in denen er sich selbst Mut machen soll.

Dabei war es allerdings keinesfalls geplant, dass einer dieser Briefe ausgerechnet Connor Murphy in die Hände fällt, der Bruder seiner heimlichen Liebe Zoe mit einem furchteinflößenden Ruf.

Doch dann begeht Connor mit einem Mal Selbstmord und anstelle eines Abschiedsbriefes wird Evans Brief bei ihm gefunden. Auf ein Mal denken alle, dass die beiden heimlich die besten Freunde waren und Evan verpasst bei all dem Trubel, der Aufmerksamkeit und den neuen möglichen Freundschaften den Absprung, alle über die Wahrheit aufzuklären und verstrickt sich stattdessen immer mehr in einem Netz aus Lügen.

„Das passiert, wenn Leute gehen, glaube ich. Wenn sie weg sind, muss man nicht mehr an all die schlechten Sachen erinnert werden. Die Leute können einfach für immer so bleiben, wie man sie gerne hätte. Perfekt.“

Dear Evan Hansen ist ein Jugendroman, der es in sich hat. Der Roman basiert auf dem gleichnamigen Musical von Val Emmich und ist dessen Romandebüt. Das Musical ist leider nicht in Deutschland verfügbar, dennoch lohnt es sich, die Songs anzuhören. Wer dabei genau hinhört, wird einige Passagen aus dem Roman nahezu wörtlich wiedererkennen.

Der Roman ist in jedem Fall lesenswert, sollte aber insbesondere bei jüngeren Lesern niemals unbegleitet gelesen werden, da einige schwerwiegende Themen, wie beispielsweise Selbstmord behandelt werden.

Einzelne Passagen regen sehr zum Nachdenken an und man erwischt sich dabei, sich zu fragen, ob man in Evans Situation nicht vielleicht genauso gehandelt hätte, wie er, schließlich kennt ein jeder von uns das Gefühl, mal ein Außenseiter gewesen zu sein. Ein Gefühl, das definitiv nicht schön ist und an sich selbst zweifeln lässt. Und an gleicher Stelle die enorme Kraft der Freundschaft, die so viel bei jedem von uns bewirken kann und einem den Rücken stärkt.

Wer bei diesem Roman jedoch mit einem Happy End im klassischen Sinn rechnet, hat sich getäuscht. Es ist vielmehr ein realistisches Ende, was es allerdings nicht weniger schön macht, denn es hat seine ganz eigene Botschaft: es wird vielleicht nicht immer sofort alles gut, aber man kann dafür, mit der Hilfe anderer, kämpfen.

„Das Ich, das ich bin, ist nicht das Ich, das ich war. Ebenso wie das Ich, das ich bin, nicht das Ich ist, das ich sein werde. Diese Versionen von mir selbst kann ich nicht ändern oder vorhersagen. Ich weiß nicht einmal genau, ob ich Einfluss auf das gegenwärtige Ich habe. Aber es ist alles, was ich habe.“

empfohlen von Julia Rathert (Studentin der FHCHP)

Sternebewertung:
Spannung: XXX
Humor: X
Erfinden: X
Wissen: X
Sinnliches: XXX
 
Eckdaten:
Titel: Dear Evan Hansen
Autor: Val Emmich mit Steven Levenson, Benj Pasek & Justin Paul
Verlag: cbj
Alter: ab 14 Jahren
Besonderheiten: Ein Roman, welcher der Musicalvorlage in nichts nachsteht

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