Der Lesehund

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Heute stelle ich euch etwas eher untypisches für unsere Seite „Eltern brauchen vorlesen“ vor: Den Lesehund

Der Lesehund ist eine bestimmte Form eines Therapie-Hundes mit denen in pädagogischer und therapeutischer Hinsicht heutzutage primär im Bereich der tiergestützten Intervention gearbeitet wird.
Wie andere ausgebildete Therapiehunde sind die Tiere darauf geschult freundlich, geduldig und
friedlich mit den Menschen um sich herum zu interagieren.

Desweiteren:

  • regen Hunde das zentrale Nervensystem des Menschen mit dem sie in Interaktion treten positiv an.
  • sind Hunde dazu in der Lage die geistige Aktivität und Konzentration zu stärken
  • sie fördern soziale Kontakte mit anderen und helfen bei der praktischen Umsetzung des Konzeptes Inklusion
  • sie helfen den Kindern im Punkt Regelakzeptanz
  • die Person darf den Hund mit mit allen Sinnen wahrnehmen, passt sich oft der Herzschlagfrequenz vom Tier an und wird damit beruhigt und entspannt. Auf diese Weise bauen sie oft Ängste, Nervosität, Unwohlsein und Stress beim Menschen ab, oder schwächen diese zumindest ein wenig (wie viele andere Tiere auch).
  • sie schaffen eine positive, wertfreie Atmosphäre und steigern damit oft auch das Selbstwertgefühl des Menschen.

Da viele Kinder Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, oder immer häufiger bis zum Schulabschluss freiwillig kein Buch in die Hand nehmen, leidet häufig das Sprachverständnis, die eigene Ausdrucksmöglichkeit ist eingeschränkt, der Wortschatz schrumpft und Frustration wird aufgebaut & die Schulleistungen sinken.
Viele wollen allein aus Scham nicht lesen, aus Angst verurteilt zu werden.

Ein (Vor-)Lesehund wurde darauf trainiert die oben benannten Fähigkeiten so einzusetzen, dass das Kind möglichst keine negativen Gefühle mit dem Lesen verbindet und häufig sogar positive damit assoziiert.
Die Hunde besuchen Schulen oder Bibliotheken in denen die Kinder in Kleingruppen oder auch allein zusammen mit dem Hund das Lesen üben können.
Der Hund ist der Vorlesenden Person stetig zugewandt, hört aufmerksam zu, hat eine entspannende Wirkung, da Streicheleinheiten (und gelegentlich auch mal ein Leckerli) gleichzeitig mit dem Vorlesen erfolgen .
Der Hund bewertet und entmutigt nicht – tatsächlich wird sogar aktiv ermutigt!
Wenn das Kind ins stottern gerät, Schwierigkeiten mit einem Satz oder Wort hat, sich unsicher fühlt, etc., dann merkt der Hund das noch bevor dieses Gefühl zu groß wird und ermuntert das Kind mit einem freundlichen Nasenstupser oder einem vertrauensvollen Schlecker über die Hand dazu weiterzumachen.
Primär wird also das Selbstvertrauen des Kindes geschult und gleichzeitig wird nebenher auch noch das Lesen gefördert. Da Tierzeit und Selbstvertrauen meisten Falls eher positiv assoziiert wird, profitiert das Lesen in diesem Kontext stark davon, da es in dem Assoziationsmuster unweigerlich mit eingebunden ist.

Falls Ihnen eine Person einfällt, die von Lesehunden profitieren könnte, dann schlage ich vor, sie recherchieren wo in Ihrer Umgebung an Schulen, in Buchhandlungen, gelegentlich auch Einrichtungen für Senioren, etc. ein solches Angebot regelmäßig durchgeführt wird. Heutzutage sind immer mehr Menschen ehrenamtlich mit Lesehunden unterwegs, daher ist es recht unwahrscheinlich nicht fündig zu werden.

Viel Freunde am Lesen: 😉

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