Meeratem – Eine Entspannungsübung mit Vorstellungsbildern für Kinder

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Diese Atemübung aus dem autogenen Training ist geeignet für Eltern und PädagogInnen, die mit ihren Kindern oder der Kindergartengruppe entspannen wollen. Sie wirkt sich durch die Rhythmik, Imagination und der Beobachtung des Atems beruhigend auf das vegetative Nervensystem aus und hilft bei Ängsten und Unruhe. Entspannen kann erlernt werden. Sind die Übungen jedoch noch neu und ungewohnt, bietet es sich an, diese mit Vorstellungsbildern zu verknüpfen.
Zunächst kann die Vorstellung nur aus dem Meer bestehen. Dann kann der Atem zusätzlich eingebracht werden und immer mehr Raum in der Anleitung einnehmen. Die „volle“ Übung sieht dann etwa folgendermaßen aus (drei Punkte bedeuten eine Sprechpause):

Meeratem
Stell dir eine Meeresküste vor, nach deiner Fantasie, oder eine, an der du schon warst. Wellen laufen den Strand hinauf, wieder und wieder …
Stell dir eine Welle vor, wie sie den Strand hinauf läuft – und wieder zurückspült ins Meer. Die nächste Welle rollt über sie …
Du hörst das Brausen der Wellen. Du spürst die Kraft darin, die ruhige Kraft des Meeres …
Achte auf deinen Atem. Bei jedem Atemzug hörst du eine Welle des Meeres. Zwischen den Atemzügen ist Stille – ruhig, lebendig, klar …
Achte so einfach auf deinen Atem – und auf die Wellen des Meeres …
Achte darauf, wie bei jedem Atemzug die Ruhe und Kraft des Meeres in dich hinein strömen. Bei jedem Atemzug strömen Ruhe und Kraft in dich …
Du spürst, die Ruhe tief in dir wachsen – du spürst die Kraft tief in dir wachsen – im Strom deines Atems …

Sie können beim Vortragen einzelne Schwerpunkte setzen und die entsprechenden Stationen beliebig ausbauen. Die Stationen sind:
♦ Fantasiereise: Wellen am Meeresstrand.
♦ Atembeobachtung: Wir verbinden den Atem mit den Wellen des Meeres.
♦ Imagination: Wir stellen uns vor, wie wir die Ruhe und Kraft mit dem Atem in uns aufnehmen.
♦ Imagination: Wir stellen uns vor, wie Ruhe und Kraft in uns wachsen.

Bei regelmäßigen Übungen stellt sich die erwünschte Entspannung in Stresssituationen auch einzig durch die Vorstellung, wie Kraft und Ruhe durch jede Welle einströmen oder einer Vertiefung des Atems ein. Die Varianten können je nach Situation ganz kurz sein, aus nur einem Atemzug bestehen oder so lange, wie die Übung hilfreich erscheint.

Nach: Volker Friebel & Friedrich, Sabine (2011): Entspannung für Kinder. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch

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