Wer ist Edward Moon?

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Bedrückend in seiner wortreduzierten Poesie erzählt der Roman den Wert des Lebens, die jugendliche Ohnmacht über staatliche Ungerechtigkeit und die bleiernde Sinnlosigkeit der Todesstrafe.

Inhalt: Joe hat seinen Bruder seit zehn Jahren nicht gesehen, denn dieser sitzt in der Todeszelle. Aber jetzt wurde Eds Hinrichtungsdatum festgelegt und Joe ist wild entschlossen, diese letzten Wochen mit seinem Bruder zu verbringen.

Joe hat es ganz und gar nicht leicht im Leben. Schon in seiner Kindheit musste sich die Familie mit Geldsorgen plagen und Joes Mutter kämpft mit ihrer Sucht und kümmerte sich nicht ausreichend um ihre drei Kinder. Doch als Joes großer Bruder Ed in Texas des Mordes an einem Polizisten beschuldigt wird und in den Todestrakt einzieht, bricht die Familie komplett auseinander.

Trotz eines Anwalts stehen die Chancen für Eds überleben nicht gut und kurzerhand beschließt Joe Ed nach zehn Jahren im Gefängnis aufzusuchen und seinem Bruder beizustehen. Doch Ed ist nicht mehr der, den Joe vor zehn Jahren verloren hat.

Wer ist Edward Moon heute und ist er tatsächlich schuldig?

Ist die Frage überhaupt noch wichtig, wenn auf die Hinrichtung gewartet wird? Wie kann ein Leben im Warten auf den Vollzug der Todesstrafe gelebt werden? Bleibt es lebenswert? Sind Menschen, die eine verhängte Todesstrafe vollziehen, Mörder? Was kann man vergeben? Und wie verabschiedet man sich? Welche Aufgabe hat Justiz und dabei die Bestrafung mit dem Tod? Wem hilft der Tod? Wer macht sich schuldig und was ist nicht entschuldbar?

„Sie geben Ed frei, jetzt wo sie zufrieden damit sind,
wie er gestorben ist.
Scheinbar war es ein Herzstillstand.
So steht es jedenfalls im Bericht.“
S. 347

empfohlen von Sandra Niebuhr-Siebert

Sternebewertung:
Spannung: XXXX
Humor: X
Erfinden: X
Wissen: XX
Sinnliches: XXX
 
Eckdaten:
Titel: Wer war Edward Moon
Autor: Sarah Crossan
Verlag: Mixtvision
Alter: ab 14 Jahre
Besonderheiten: Ein Roman in Versform, der Fugen lässt, groß genug, um sich formende Gedanken in aufkommende Gefühle zu hüllen. Befreit von allem Wortballast, um das Wesentliche zu servieren, auch weil erst der Tod das Leben so lebenswert macht.

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